Schmerzleitlinie für Altenheime

Bis zu 80 % der Bewohner*innen von Altenpflegeheimen leiden unter Schmerzen. Doch gerade bei diesen Menschen werden Schmerzen häufig nicht erkannt und daher auch nicht behandelt. „Schmerzen im Alter zu erkennen, ist für Ärzte, Pflegekräfte und Therapeut*innen nicht immer einfach“, erklärt Dr. Albert Lukas, Chefarzt des Zentrums für Altersmedizin am Malteser Krankenhaus Bonn. „Ältere Menschen sagen es häufig nicht, wenn ihnen etwas wehtut. Sie glauben, dass dies zum Alter dazugehört.“

Die Leitlinie „Schmerzassessment bei älteren Menschen in der vollstationären Altenhilfe“, deren Erstellung Lukas mitkoordinierte, bietet Ärzt*innen, Therapeut*innen und Pflegekräften eine Anleitung, wie sie Schmerzen erkennen, einschätzen und den Erfolg der Therapie verfolgen können. Veröffentlicht wurde auch eine Patientenversion, die die Empfehlungen für Laien erklärt.

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Pflegenotstand und Arbeitsmigration

Mindestens 500.000 Pflegebedürftige in Deutschland werden von Care-Migrantinnen betreut, ungelernten Pflegekräften aus dem Ausland. Es sind fast immer Frauen, die gemeinsam mit den Pflegebedürftigen in einem Haushalt leben, »Live-In« nennt sich das. Die Zahl beruht auf einer Schätzung von Aranka Benazha von der Goethe-Universität Frankfurt – vermutlich sind es aber weitaus mehr.

Abgeleitet ist der Wert von der Zahl der in Österreich erfassten Care-Migrantinnen. Denn hierzulande ist die Beschäftigung von 24-Stunden-Betreuer*innen aus dem Ausland seit der Einführung des Hausbetreuungsgesetzes im Jahr 2007 legal.“ Was das allerdings im konkreten heisst, zeigt ein vor kurzen veröffentlichter Artikel aus dem deutschen Katapult-Magazin.

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35 Stunden Woche 40 Jahre unerhört

Der Herausgeber diese Website erinnert sich an einen 30. April – traditionell der Abend an dem die Sozialdemokratische Partei als Präludium zum 1. Mai einen Fackelzug abhält. Ein Transparent, auf dem der Satz „35 Stunden sind genug“ steht, wird von zwei jungen Männern getragen, der eine heisst Alfred Gusenbauer getragen, der andere Werner Faymann. Man schreibt das Jahr 1979.

40 Jahre später – die oben genannten jungen Herren hatten beide die Gelegenheit ihre Forderungen als Bundeskanzler umzusetzen – ist diese eine noch immer offen. Nun, zum strategisch eher ungünstigsten Zeitpunkt, in dem sich Rechtskonservative und Neoliberale auf eine lange Regierungsperiode freue können, gräbt die Gewerkschaft die Forderung wieder aus. Speziell für Pflegekräfte.

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Klartext reden – Konstantin Novotny

Neben Angsterkrankungen zählen Depressionen zu den häufigsten psychischen Erkrankungen der westlichen Zivilisation. Was im Kontext der Gerontopsychiatrie weitgehend durch negative Lebensbilanzen und unaufgearbeitete Verlusterlebnisse erklärt werden kann, schafft allerdings bei jungen Menschen grosse Fragezeichen.

Woher kommt diese schon fast epidemisch anmutende Masse an Depressionen? Wirklich nur, von einem aus den Fugen geratenen Neurotransmitter-Haushalt? Oder sind wir einfach alle wehleidige Egoisten geworden? Ein junger Soziologe hat sich dem Thema aus einer komplett neuen Perspektive gewidmet – der politischen.

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