Der misslungene Pflegeskandal

Die reiferen Jahrgänge unter uns werden sich vielleicht noch an eine Fernsehsendung aus dem Kinderprogramm der 70er Jahre namens „Wer bastelt mit“ erinnern: Ein netter älterer Herr im dezenten Tweed bemühte sich da jeden Samstag nachmittag wohlfrisierten Buben und Mädchen die hohe Kunst des Baues von Vogelhäuschen, Windrädern und Seifenkisteln beizubringen. Bildungsfernsehen in Schwarz-Weiß.

Der ORF, angesichts 100 Jahre Republik anscheinend voll auf retro, versuchte am 20. Oktober 2018 eine Neuauflage dieses Formates. Diesmal aber unter dem Titel „Bürgeranwalt“. Mit Peter Resetarits als Moderator und der Patientenanwältin Sigrid Pilz als Basteltante. Als zu Belehrende fungierten der Leiter des BewohnerInnenservice und die Pflegedienstleitung des Kuratorium Wiener Pensionistenwohnhäuser. Thema: Wir bauen uns einen eigenen kleinen Pflegeskandal.

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Deutsche Wertarbeit. Wieder mal.

Kennen Sie das? Sie lesen in einer Fachzeitschrift einen tollen Artikel und denken sich: „Wow, das wär ja was für uns!“ Und schlagen das vor. Nur mal so. Einfach zum Nachdenken. Und was ernten Sie? Stimmt: Kopfschütteln, Scheibenwischer und genervtes Augenrollen. „Theorie! Das ist ja sowas von weit weg von unserer Praxis!“

Genau das hörten auch die Mitglieder der  Bundesarbeitsgemeinschaft Pflegeforschung des deutschen Berufsverbandes für Pflegeberufe. Und wie die Deutschen nun mal sind, beliessen sie es nicht beim gemeinschaftlichen Sudern und Seiern, sondern setzten sich hin um dieses Problem zu lösen. Und schufen was? Richtig – eine APP.

Wer jetzt schon mal sein Smartphone zückt, um sich dieses Tool downzuloaden (o tempora o lingua!) darf es auch gleich wieder einstecken. Denn diese APP ist nicht das, was Sie denken!

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Wer ist eigentlich dieser Luksch?

Eine biographische Erhebung in Echtzeit und am lebenden Subjekt

Grundsätzlich gilt für die Arbeit mit (alten) Menschen, dass jedes Verhalten in dessen Biographie begründet und aus dieser heraus erklärbar ist. Wir müssen uns mit der Lebensgeschichte eines Menschen auseinandersetzen, wenn wir ihn verstehen, aber auch beeinflussen wollen. Anders ist psychiatrische Pflege nicht möglich. Und somatische möglicherweise auch nicht.

Erwin Böhm, ohne den die Altenpflege vieles, aber wahrscheinlich nichts Professionelles wäre, definierte Biographie einmal als „Nicht die Lebensgeschichte, sondern die Lebensgeschichten.“ Man müsse, um aus dem Verhalten der Alten korrekte Schlüsse ziehen und adäquat handeln zu können, die „Stories“, welche die Alten über sich erzählen, anhören. Denn in ihnen würden sich die Ursachen des Verhaltens, die Motive des Handelns und die Lösungen ihrer Probleme verbergen.

Nehmen wir uns diese These mal als Untersuchungsgrundlage und stellen die Frage: Wer ist der Herausgeber dieser Website eigentlich? Was treibt ihn an? Welche Life-Events führten ihn in die Pflege? Mit welchem Coping agiert er? Was nervt ihn? Was motiviert ihn?

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