Problemfall Polypharmazie

Je höher das Alter, desto höher die Chancen auf mehrere gleichzeitig stattfindende Krankheiten. Multimorbidität nennt man das. Kennen Sie. Wissen wir. Und: Je mehr Krankheiten, desto mehr Medikamente. Das heißt dann Polypharmazie. Kennen Sie auch. Klar. Genauso, wie Sie wissen, dass das nicht wirklich gesund ist.

Der Arzt, mit dem Sie zusammenarbeiten, weiß das natürlich auch. Und deshalb benutzt er nicht nur Ihre Beobachtungen als Pflegekraft in der Wirkungskontrolle seiner therapeutischen Interventionen, sondern auch die Priskus Liste in der Verordnung von Medikamenten. Oder die österreichische PIM-Liste. Oder vielleicht doch nicht?

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Ugur und Farhad – zwei Migrantenleben

Migranten – vor allem muslimische – sind faul, dumm und liegen uns armen Inländern auf der Tasche. So der allgemeine Tenor in Österreich und Deutschland nach der grossen Migrationsbewegung von 2015. Eine Meinung die von populistischen Hetzern in beiden Regierungen herbeifantasiert wird, um von den eigentlichen Problemen hierzulande abzulenken. Und hunderttausende gehen ohne viel nachzudenken den Waldhäusln und Landbauern auf den Leim.

Wir wollten es wie immer etwas genauer wissen und haben uns zwei dieser Migrantenschicksale mal genauer angesehen, bzw. den Betroffenen Gelegenheit gegeben ihre eigene Gesichte zu erzählen. Ugur, Kind türkischer Gastarbeiter, geboren 1987 und Farhad, ein heute 18jähriger Flüchtling aus Afghanistan. Einfach nur so zum Nachdenken. Könnte ja sein, es nutzt was.

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Eine nicht normale Weiterbildung

Wir leben in seltsamen Zeiten: Zum einen steigen die psychiatrischen Erkrankungen im Alter immer mehr an und zum anderen werden die psychiatrischen Langzeitpflege-Einrichtungen immer weniger. Die Folge davon: Immer mehr Menschen mit psychiatrischen Problemen werden in Altenheimen aufgenommen – eine  Herausforderung, der trotz hoher Motivation nur wenige MitarbeiterInnen gewachsen sind.

Nun fiel mit der letzten Novelle des GuKG auch die psychiatrische Grundausbildung. War es bislang schon eine Seltenheit, psychiatrische DGKP für Altenpflegeeinrichtungen zu rekrutieren, ist das jetzt nahezu unmöglich und erschwert eine Lösung der hier angeführten Probleme von  Altenpflegeeinrichtungen. Dies verlangt nach neuen Strategien – auch und gerade auf der Ebene der qualitativen Personalentwicklung.

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Prost! Betreutes Trinken im Altenheim

Das 2017 vom Gesundheitsministerium veröffentlichte Handbuch Alkohol spricht Bände: Rund 340.000 Menschen in Österreich sind alkoholabhängig, knapp 735.000 ÖsterreicherInnen konsumieren regelmäßig Alkohol in einem gesundheitsschädigenden Ausmaß. Jede/r Österreicher/in im Alter zwischen 15 und 99 Jahren nimmt täglich 26,5 Gramm reinen Alkohol zu sich.

Und trotz einer verminderten Lebenserwartung von bis zu 20 Jahren liegt der Anteil der über 70jährigen bei der Gruppe von Menschen mit problematischen Alkoholkonsum bei 10% (Männer: 18% ). Dies zeigt auch die Problemlage in der Altenpflege auf: Appelle an die Vernunft bringen auch bei alten AlkoholkerInnen ungefähr soviel wie Verbote – nämlich gar nichts. Gefragt sind viel mehr neue – und ungewohnte Betreuungsansätze. Und die sind für „Normale“ nicht normal.

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