Berufsbegleitender Lehrgang

Geriatrische Animation nach Luksch

 

Kennen Sie das?

Kaum sind alte Menschen im Pflegeheim, verschlechtert sich ihr Zustand rapid: Sie sind verwirrt, wahnhaft, aggressiv und zu keiner sinnvollen Aktivität mehr imstande.

Motivierungsversuche der BetreuerInnen bringen kaum was. Der geistige Verfall verläuft immer rascher, der Rückzug wird bald unumkehrbar. Kommunikation findet kaum mehr statt, wird bald ganz unmöglich. Zum geistigen Verfall kommt auch ein rapider körperlicher Abbau. Am Ende liegt ein völlig apathischer Mensch vor uns, der an einen Zombie aus schlechten Horrorfilmen erinnert.

Das könnte sich ändern!

Bereits 1999 wurde am Otto-Wagner-Spital in Wien ein Pflegekonzept entwickelt, das diesen Prozess der dementiellen Dekompensation von alten Menschen nachhaltig und nachweisbar aufhalten kann: Die Geriatrische Animation.

Es baut auf den Erkenntnissen von PflegetheoretikerInnenn wie Erwin Böhm und Naomi Feil sowie auf niederschwellige Techniken von Sozio- und Psychotherapie auf, ist leicht zu erlernen und höchst effizient in der Praxis. Und im Unterschied zu anderen Konzepten: Es braucht kein komplettes Team dazu, sondern lediglich eine einzige Pflegeperson!

Das Ziel der Fortbildung

ist die Vermittlung der Grundkenntnisse der Geriatrischen Animation und ihrer spezifischen Techniken in den Bereichen Orientierung, Aktivierung und Integration sowie die effiziente Implementierung des Konzeptes in die eigene Organisation

Die Zielgruppe

sind diplomierte Gesundheits- und Krankenpflegepersonen, Alten- und PflegehelferInnen, sowie ausgebildete SeniorenbetreuerInnen mit einer Praxiserfahrung von mind. zwei Jahren. Frauen in einem Alter von 40 Lebensjahren und mehr werden bevorzugt.

Das Fortbildungskonzept:

Die komplette Fortbildung besteht aus einem fünftägigen Basismodul sowie drei Aufbau- modulen zu je drei Tagen, in Abständen von jeweils einem Monat. Zusätzlich zu den Theorie- blöcken ist eine Praxisaufgabe durchzuführen und zu präsentieren.

Die vollständige Fortbildung schließt mit der Präsentation der Praxisarbeit sowie einem Zertifikat ab, das zur Ausführung der „Geriatrischen Animation nach Luksch“ berechtigt.

Das Seminar gilt als Fortbildung im Sinne des § 64 GuKG, ersetzt jedoch keine grundlegende Ausbildung als SeniorenbetreuerIn.

Die Inhalte der einzelnen Module:

Das Basismodul

  • Das biopsychosoziale Paradigma und die Bedeutung der Biographie
  • Verwirrt, Entfremdet, Unselbständig: Nebenwirkungen des Altenheims
  • Psychopax und Psychogruppe: Strategien der Medizin
  • Verwahrung und Versorgung: „Alte“ Strategien der Pflege
  • Orientieren, Aktivieren, Integrieren: „Neue“ Strategien der Pflege
  • Strukturen, Rhythmus und Beziehung – Wie aktivierende Pflege gelingt
  • Animation als Teil des interdisziplinären Behandlungsprozesses

Aufbaumodul 1, “Orientierung”

  • Desorientierung und Verwirrtheit – was ist das?
  • ADL, BAT und MMS: Psycho-Tests und was man damit machen kann
  • Re-Orientierung und Realitätsorientierung: eine Differenzierung
  • Bekannte Marker oder: Hänsel und Gretel verirren sich nicht mehr
  • Gedächtnistraining und Erinnerungsarbeit
  • Störungen und Klärungen kognitiver Fähigkeiten

Aufbaumodul 2, “Aktivierung”

  • Die Rolle der Arbeit im Leben alter Menschen
  • Morgenrunde und Marillen: Aktivierung in Gruppen
  • Schuhe putzen und Blutdruck messen: Aktivierung von Einzelnen
  • Spieltrieb und Spieltherapie 
  • Kitsch &  Kunst: Vom Malen, Basteln und Singen
  • Kissenschlacht: Die Aktivierung Bettlägriger

Aufbaumodul 3, “Integration”

  • Das soziale Umfeld als kränkender und heilender Faktor
  • Beziehungsgestaltung als Soziotherapie
  • Diagnostischer und therapeutischer Ausgang
  • Mit dem Rollstuhl ins Kaffeehaus: „Extrinsische Integration“
  • Der Bürgermeister im Altenheim: „Intrinsische Integration“
  • Die Arbeit mit PraktikantInnen, Angehörigen und Ehrenamtlichen

Leitung der Fortbildung:

DGKP Christian Luksch, Dozent für Gerontopsychiatrische Pflege

Termine:

  • Basismodul (40 UE): 20. - 24. September 2010
  • Aufbaumodul 1 (20 UE): 18. - 20. Oktober 2010
  • Aufbaumodul 2 (20 UE): 22. - 24. November 2010
  • Aufbaumodul 3 (20 UE): 13. - 15. Dezember 2010
  • Abschlusspräsentation: Jänner 2011 (genauer Termin wird mt den TN vereinbart)

Ort:

Bildungszentrum Floridsdorf, 1210 Wien, Pius Parsch Platz 2

Investition:

1200,- Euro bei einer Anmeldung bis 30. 06. 2010

1500,- Euro bei einer Anmeldung nach dem 30. 06. 2010

Ratenzahlung sind nach Absprache möglich (gilt nicht für den ermässigten Preis), ebenso Förderungen, etwa durch den WAFF

Das Honorar beinhaltet alle acht Seminarblöcke, Kaffee, Obst und Pausengetränke, sämtliche Unterlagen (auf CD-Rom), sowie die gesetzliche Umsatzsteuer.

Anmeldung hier