Selbst & Ständig freiberuflich pflegen – z. B. Susanne Steinböck

Die Pflege ist endlich ins Zentrum der politischen Debatten gerückt. Da diskutieren Frau Klein und Herr Kurz, was immer das Thema hergibt – über Angebot und Nachfrage, über Kompetenzen und Gehälter, über Arbeitszeiten und -belastungen, über Wertschätzung und Qualität. Und noch immer herrscht landläufig die Meinung vor, Pflege sei eine Dienstleistung, die von Institutionen abhängig ist.

Aber: Wir können auch anders. In der folgenden Beitragsserie stellen wir zehn KollegInnen vor, die sich von diesem Irrtum „befreit“ und selbständig gemacht haben und ihren eigenen beruflichen Weg gehen. Weil nicht die Wirtschaft die Arbeit schafft, sondern die Menschen!

Susanne Steinböck

Geboren 1984, diplomierte Susanne Steinböck im Jahr 2009. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und ist teilzeit selbständig. Für die  SVB (Sozialversicherung der Bauern) ist sie als Pflegeberaterin im Bereich der Qualitätssihcerung in der häuslichen Pflege tätig.

Seit wann sind sie freiberuflich tätig und was hat sie dazu angeregt?

Seit 2016. Da mir eine Festanstellung in einem Krankenhaus unmöglich mit meinem Privatleben (Kind, etc) vereinbar erschien und ich finanziell abgesichert war, lag es nahe meine eigene Chefin zu werden.

Welche konkreten Leistungen Bieten SIe für welche KundInnengruppen an?

Pflegeberatung für pflegende Angehörige dh: Übersicht über Möglichkeiten im Österreichischen Sozialsystem sowie auch Tipps und Einschulung bei herausfordernden Situationen (Demenz, Dekubitus, etc)

Und wie kommunizieren Sie das? Mit welchen Mitteln bewerben Sie Ihre Leistungen?

Anfangs über Facebook, Gemeindezeitung, Erstellung einer Pflegefibel für die Gemeinde, Mundpropaganda, Anwesenheit und Präsentation bei Gesundheitstagen, Vorträge in den Gemeinden, Inseratschaltung im Gemeindekalender

Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal, das Besondere an Ihrem Angebot?

Das absolut individuelle, unbürokratische Beraten zu Hause.

Freundschaft unter MitbewerberInnen – geht das?

Ja! Es gibt genug Klienten/Innen für alle..

Ihr größter Erfolg?

Beruflich: Der Aufbau des Netzwerkes Fachpflege Ost für selbständige DGKPS als Austausch- und Infoplattform; Privat: meine zwei Kinder 😉

Ihr schlimmster Fehler?

Wahrscheinlich das jetzt „lange“ Aussetzen meiner Tätigkeit nach der Geburt meines zweiten Kindes.

Work-Life-Balance: Schaffen Sie das und wenn, wie?

Derzeit nein. Befinde mich in Quasi-Karenz und nehme nur Aufträge an, die zeitlich mit der Kinderbetreuung vereinbar sind. Würde gerne mehr arbeiten

Was machen Sie in Ihrer Selbständigkeit nicht so besonders gern?

Würde mir nichts einfallen. Buchhaltung gehört halt dazu 😉

Wenn Sie drei Wünsche an die gute Fee hätten, welche wären diese?
  • Gute, leistbare und flexible Kinderbetreuung,
  • mehr Klienten/Innen, die gewillt sind für Beratung ein entsprechendes Honorar zu zahlen
  • Mehr gemeinsames Auftreten des Netzwerkes
Was empfehlen Sie KollegInnen, die ebenfalls in die Freiberuflichkeit gehen wollen?

Vernetzen, vernetzen, vernetzen. Wer präsent ist, bekommt auch genug Aufträge.

Kontaktadresse:


Sie sind ebenfalls als DGKP freiberuflich tätig und wollen sich und Ihre Leistungen hier präsentieren? Dann machen Sie das! Schicken Sie uns einfach ein formloses Mail – wir setzen uns mit Ihnen in Verbindung.