Selbst & Ständig freiberuflich pflegen – z. B. Andrea Haidacher

Die Pflege ist endlich ins Zentrum der politischen Debatten gerückt. Da diskutieren Frau Klein und Herr Kurz, was immer das Thema hergibt – über Angebot und Nachfrage, über Kompetenzen und Gehälter, über Arbeitszeiten und -belastungen, über Wertschätzung und Qualität. Und noch immer herrscht landläufig die Meinung vor, Pflege sei eine Dienstleistung, die von Institutionen abhängig ist.

Aber: Wir können auch anders. In der folgenden Beitragsserie stellen wir zehn KollegInnen vor, die sich von diesem Irrtum „befreit“ und selbständig gemacht haben und ihren eigenen beruflichen Weg gehen. Weil nicht die Wirtschaft die Arbeit schafft, sondern die Menschen!

Andrea Haidacher

Geboren 1973, diplomierte Andrea Haidacher im Jahr 2008. Sie ist neben ihrer Freiberuflichkeit noch teilzeitbeschäftigt auf einer interdisziplinären  Aufwachstation und Überwachungseinheit im LKH Hall/ Tirol. Privat ist sie in einer Beziehung, ihre Tochter studiert Jus.

Seit wann sind sie freiberuflich tätig und was hat sie dazu angeregt?

Seit 01.03.2019. Der Sachverständigenkurs in Wien und die dabei entstandenen Gespräche mit KollegInnen aus anderen Bundesländern sowie die fehlende Wertschätzung und der steigende Stresspegel an meiner jetzigen Arbeitsstelle haben mich zu diesem Schritt motiviert

Welche konkreten Leistungen Beiten SIe für welche KundInnengruppen an?

Pflegeberatung zu Hause, Angehörigen- und Gesundheitsberatung, Beratung in finanziellen Dingen, wie Pflegegeld, Unterstützung, Beihilfen, Schulungen für Betroffene und Angehörige usw.

Und wie kommunizieren Sie das? Mit welchen Mitteln bewerben Sie Ihre Leistungen?

Homepage, Prospekte und Visitenkarten, Mundpropaganda, Facebook

Was ist Ihr Alleinstellungsmerkmal, das Besondere an Ihrem Angebot?

In Tirol gibt es noch keine Pflegeberatung dieser Art. Ich habe mittlerweile 25 Jahre Erfahrung in der Pflege und Betreuung von Menschen. Ich liebe meinen Beruf noch immer und hoffe das ich auf diese Weise eine Möglichkeit gefunden habe, Menschen zu unterstützen.

Freundschaft unter MitbewerberInnen – geht das?

Für mich muss ich sagen, dass meine KollegInnen aus Wien und Niederösterreich bis jetzt eine große Hilfe waren und sind, da meine Fragen sehr hilfsbereit beantwortet wurden und ich sehr positiv aufgenommen wurde.

Hier in Tirol gibt es zwei Seiten: Die eine Seite fragt nach, bieten Ihre Hilfe an, unterstützten mit Ihren Erfahrungswerten und stehen meiner Idee positiv gegenüber.  Von der anderen Seite höre ich häufig:“ Das Risiko einer Freiberuflichkeit würde ich nicht eingehen!“ Die Sicherheit eines Dienstvertrages fehlt! Ich würde das finanzielle Risiko nicht eingehen. In diesem Fall kann ich diese Frage mit Ja und Nein beantworten. Durch Neider lasse ich mich einfach nicht abbringen! Ich persönlich bin dafür, das wir uns gegenseitig unterstützen und ein Pflegenetz aufbauen. Daran arbeite ich gerade.

Ihr Vorbild?

In meinem Leben haben mich viele Vorbilder geprägt. Am meisten waren dies Menschen aus dem geriatrischen Bereich, erfahrene, weise und ereignisgeprägte Menschen, die mir beigebracht haben, dass jeder sein Leben selbst in der Hand hat. Egal was auch immer passiert, mit der richtigen Einstellung bewältigt man alles.

Ihr größter Erfolg?

Der Start meiner Freiberuflichkeit mit der Firma „Pflegeberatung mit Herz und Verstand“ obwohl noch einer weiter Weg vor mir ist bis alles so läuft wie ich es mir vorstelle und meine Diplomierung, ohne die ich nie die Chance erhalten hätte, mich so frei zu entfalten wie ich es zurzeit mache.

Ihr schlimmster Fehler?

Ehrlichkeit wird nicht immer geschätzt

Work-Life-Balance: Schaffen Sie das und wenn, wie?

Nein, nicht immer. Da ich zu 60 % in der Tirol Klinik arbeite, mich auf die Sachverständigenprüfung vorbereite und da meine Firma am Anfang steht, fällt es mir nicht immer leicht in Balance zu bleiben. Die Pflegeberatung macht mir viel Freude und bringt mir Energie, daher ist die Erstellung der Homepage, das Logo erstellen und die Prospekte positiver Stress. Trotzdem ist es mir sehr wichtig freie Zeit zu haben. Daher arbeite ich mit Terminplanung und schreibe mir Auszeiten ein, damit die Arbeit, der Haushalt, die Familie nicht zur Belastung, sondern Entlastung werden. Das funktioniert sehr gut, da mich meine Familie in den Plänen unterstützt.

Was machen Sie in Ihrer Selbständigkeit nicht so besonders gern?

Da gibt es nichts.

Wenn Sie drei Wünsche an die gute Fee hätten, welche wären diese?
  1. Gesundheit für meine Familie und mich
  2. Die Pflegeberatung, Gesundheitsberatung und die Sachverständigenarbeit sollen so gutclaufen, dass ich meine Arbeit an der Tirol Klinik kündigen kann.
  3. Das wir Menschen wieder mehr Rücksicht aufeinander nehmen und nicht das Handy, dascInternet und die Elektronik noch mehr Raum einnehmen, ohne das wir erkennen wiecwichtig ein Gespräch, Empathie und Wertschätzung gegen über unseren Mitmenschencdoch ist.
Was empfehlen Sie KollegInnen, die ebenfalls in die Freiberuflichkeit gehen wollen?

Bleibe Euch selbst treu und kämpft für Eure Ziele. Bei Fragen stehe ich sehr gerne zurcVerfügung.

Kontaktadresse:

  • Website: www.pflegeberatung.tirol
  • Mail: a.haidacher@pflegeberatung.tirol
  • Tel: 0664/ 9247337
  • Adresse: Jochlgasse 3f, 6200 Jenbach/Tirol

Sie sind ebenfalls als DGKP freiberuflich tätig und wollen sich und Ihre Leistungen hier präsentieren? Dann machen Sie das! Schicken Sie uns einfach ein formloses Mail – wir setzen uns mit Ihnen in Verbindung.