Auszeichnung für Faschings Scherz

Endlich ist es so weit: Christoph Fasching, möglicherweise eines der grössten Genies, das der Wiener Krankenanstaltenverbund jemals für überhaupt irgendetwas beauftragt hat, bekommt nun was ihm zusteht: Er ist der Gewinner des Goldenen Bretts 2018!

Was? Sie kennen Christoph Fasching nicht? Das darf doch nicht wahr sein! Der Christoph Fasching! Noch nie gehört? Das ist der Mensch, der das Krankenhaus Nord mit seinen Anti-Böse-Energie-Ringen schützt. Zum Nur-noch-Preis von lächerlichen 95.0000,- €.

So berichtete der Standard in seiner Ausgabe vom 28. November, dass der Ex-Autoverkäufer und jetzige „Bewusstseinsforscher“ nun mit dem „Goldenem Brett vorm Kopf“, dem renommierten Schmähpreis für den grössten antiwissenschaftlichen Unsinn des Jahres geehrt wurde.

Wie mittlerweile in die An(n)alen der Republik eingegangen und über deren Landesgrenzen weit hinaus bekannt, baute das selbsternannte „Channel Medium“ Fasching mit nicht näher identifizierten Material (oder war es eine Art Anti-Materie?) einen energetischen Schutzring um die ewige Krankenhaus-Baustelle auf der Wiener Brünnerstrasse.

Notwendig sei dies, wie er erläuterte, damit verhindert werde, dass die negative Energie des Umfelds (It’s Floridsdorf, stupid!) Einfluss auf das Haus und seine Menschen nehme. Jedes Gebäude habe nämlich ein Bewusstsein, dessen natürliche Energieflüsse durch die bürgerlichen Gesetze der Menschen unterbrochen würde. Und dieses Unheil müsse schliesslich abgewendet werden.

Dieser Meinung war dann auch Doktora Sylvia Schwarz, promovierte Medizynerin und seit 2014 Präsidentin des Obersten Sanitätsrates der Republik Österreich sowie Beraterin für das Krankenhaus Nord. Von ihr soll die Initiative für den Auftrag an Faschings Ringelspiel ergangen sein, das  95.000,- Euro kosten sollte, also gerade mal 5000,- € unter jener Grenze, ab der eine öffentliche Ausschreibung  stattfinden muss.

Korrupt oder nur deppert?

Nun, Frau Doktor beliebt seit Bekanntwerden dieser „Energiewende“ unpässlich oder zumindest unbefragbar zu sein, weswegen ihr dann offensichtlich auch nicht die Ehre zuteil wurde , das Brett vorm Kopf mit Fasching zu teilen. Wobei aber sicherlich der eine oder andere Steuerzahler dazu bereit gewesen wäre, ihr ein eigenes zu basteln.

Bleibt der Ruhm also  ganz allein  dem 52jährigen Fasching, dem laut eigenen Angaben „Schule und Lernen immer ein Gräuel waren“ und der es – dank einer fundierten NLP-Ausbildung – trotzdem zu zwei Gewerbescheinen, einen für (no na!) „Humanenergetik“ und einen weiteren für Unternehmensberatung gebracht hat.

Den alljährlichen Preis für antiwissenschaftlichen Unsinn vergibt seit 2011 die Gesellschaft für kritisches Denken sowie die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) in Kooperation mit der Giordano-Bruno-Stiftung Hamburg. Mehr über die bisherigen PreisträgerInnen sowie ein Video über die Preisverleihung (bitte Taschentücher bereit halten!) finden sie hier.

Quelle: Der Standard