Pflege in Zeiten fokussierter Unintelligenz

Im Herbst wählt Österreich einen neuen Nationalrat, der Wahlkampf dazu – jene Zeit, die Wiens Alt-Bürgermeister Michael Häupl, einmal treffend als „die Zeit fokussierter Unintellligenz“ bezeichnete, läuft auf Hochtouren. Ein zentrales Thema dieser Wahl ist auch die Pflege und ihre Probleme – vom Pflegegeld über den Pflegenotstand bis hin zur Frage ob man sich das überhaupt noch leisten kann und will.

Wir möchten Sie bis zur Wahl mit einer Beitragsserie zu diesem Thema begleiten. Doch eins vorweg: Wahlempfehlung wird es von uns keine geben. Nur soweit, als dass Sie erstens überhaupt wählen gehen und zweitens die wählen, die Ihre Interessen – auch jene als professionell Pflegende – am besten vertreten. Das ist aber nicht ganz so einfach, wie es aussieht. Hilfreich, wenn man hierzu einige Begriffe vorab klärt.

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Veni – Audivi – Intelligo!

Dobrá péče je možná pouze tehdy, pokud mluvíte jazykem pacienta! Das verstehen Sie doch sicher, oder? Ach nicht, na dann vielleicht das: Dobrá péče = dobrá čeština! Auch nicht? Na dann wird’s schwierig mit dem tollen neuen Job im Nemocnice Na Františku in Prag.

Aber das wissen Sie ja. Und deswegen lernen Sie auch tschechisch. Genau wie Ihre tschechischen, slowakischen, ungarischen, polnischen, russischen, phillipinischen, indischen,  Kolleg*innen deutsch lernen, wenn sie in Österreich arbeiten wollen. Wenn sie wissen, wo.

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Finis terrae? Von wegen!

Ethymologisch leitet sich das Wort Management vom mittelhoch-italienischen manegiare ab, was so viel heisst wie „in die Hand nehmen“. Wer also Management betreibt nimmt etwas in die Hand, entscheidet, trägt die Verantwortung. Und umgekehrt: Wer etwas (selbst) in die Hand nimmt, betreibt Management.

Wie sieht das aber in der Pflege aus? Braucht die Manager? Oder geht es auch ohne? Glaubt man den meisten Organisationen, geht es nicht ohne. Aber am östlichen Ende Österreichs tritt eine kleine Gruppe Pflegekräfte, die sich „Netzwerk Fachpflege Österreich Ost“ nennt, gerade den Beweis an, dass es trotzdem geht.

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Pflichtlektüre aus der Psychiatrie

Natürlich gibt es am deutschprachigen Fachbuchmarkt weitaus mehr deutsche Autor*innen als österreichische. Das ist alleine schon durch die Grösse Deutschlands und die Marktdominanz seiner Verlage gegeben. Aber ehrlich: Warum sollte auch das vorhandene und dokumentierte Wissen der Nachbarn nicht verwendet werden?

Österreichische Pflegeexpert*innen, die ihr Fachwissen publizieren, müssen sich aber trotz der quantitiven Dominanz der Kolleg*innen aus unserem Nachbarland qualitativ nicht hinter diesen verstecken. Einen eindrucksvollen Beweis dafür liefert Gerhard Schoßmaier mit seinem heuer veröffentlichten Buch „Psychosoziale Pflege“.

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